Presse 2002
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Cellesche Zeitung, 11.09.2002
Defizite im Kreis Celle: "Dialog zwischen Muslimen und Christen noch oberflächlich"

Die vergangenen zwölf Monate bedeuteten auch für das Deutsch-Islamische Institut (DII) in Celle einen Einschnitt. "Das verstärkte Interesse am Islam haben wir sehr deutlich zu spüren bekommen", sagte der DII-Direktor Hans-Christian Heydecke. Rund 40 Seminare und Diskussionen habe sein Institut abgehalten, um das Informationsbedürfnis zu stillen - von Kirchen bis hin zur Bundeswehr hätten er und seine Mitarbeiter über die Religion informiert.

"Wir konnten dabei ein echtes Interesse feststellen. Besonders bei den Frauen", berichtet Heydecke, der selbst 1986 zum Islam übergetreten ist. Leider sei die Neugier jedoch nur von relativ kurzer Dauer gewesen - seit Februar 2002 verzeichnet er ein nachlassendes Interesse. "Der Dialog zwischen Christentum und Islam ist zwar durch die Ereignisse in Gang gekommen, in großen Teilen aber noch immer sehr oberflächlich", sagte Heydecke.

Den Veränderungen im christlich-muslimischen Dialog ging das Institut auch mit einer Studie auf den Grund. Vom Tag des Anschlags bis zum Februar dieses Jahre hat das DII in deutschen Tageszeitungen 2902 Artikel gefunden, die über das Thema berichteten. Dabei seien jedoch mitunter auch verzerrte Bilder vermittelt worden. "Es entstand der falsche Eindruck, dass es einen allgemeinen Zusammenhang zwischen Islam und Terror gibt", berichtet Heydecke. [...]
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Braunschweiger Zeitung, 11.09.2002
Gespräche gegen die Angst vor dem Fremden

Diskussionsveranstaltung unserer Zeitung über Möglichkeiten zur Integration von Muslimen in Deutschland

Muslime in Deutschland lebten bis zum 11. September 2001 weitgehend von der deutschen Öffentlichkeit unbeachtet. Obwohl viele schon Jahrzehnte mit deutschen Nachbarn Tür and Tür wohnten und mit deutschen Kollegen zusammen arbeiten, gab und gibt es kaum private Kontakte. Warum das so ist, und was sich dagegen tun lässt, sollte in einer Diskussionsveranstaltung unserer Zeitung am Montagabend im Wolfsburger Bauhof geklärt werden. [...]

Der Islam sei eine traditionell tolerante Religion, betonte der Direktor des Deutsch-Islamischen Instituts für Wissenschaftliche und Kulturelle Zusammenarbeit in Celle, Hans-Christian Heydecke. "Der Koran betont immer wieder: Seid nett zu den Menschen des Buches, also den Christen. Redet mit ihnen in vernünftiger und friedlicher Weise". In Bezug auf die Christen heiße es auch: "Euer Gott und unser Gott sind eins". Von der Religion her gebe es also keine Hindernisse für eine Verständigung, so Heydecke.

Ein großer Teil der Probleme habe mit mangelnder Aufklärung zu tun, war Hamideh Mohagheghi überzeugt,. [...] "Viele Menschen haben darunter zu leiden, was die Tradition aus der Religion macht. Auch im Christentum."

Dass diese Traditionen häufig hingenommen werden müssen, hat Helmut Kahle [...] beobachtet, der lange an einer Schule in Salzgitter mit hohem Anteil türkischer Schüler tätig war. "Beispielsweise ist für etliche Schülerinnen dort das Kopftuch nicht religiöser Ausdruck, sondern sozialer Zwang, ausgeübt von Familie und Nachbarn. Man ist als Lehrer gut beraten, das Kopftuchtragen im Unterricht nicht zu unterbinden, damit würde man das Verhältnis zu den Kindern zerstören. Und schließlich muss man auch mit Eltern auf einen Nenner kommen". Seine Erfahrungen zeigen, dass dieses Vorgehen dafür gesorgt habe, dass man miteinander im Gespräch geblieben sei.

Und das, da waren sich Podium und Zuhörer einig, ist die wichtigste Voraussetzung für Integration.
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Cellesche Zeitung, 18.03.2002
Reportage

Die Zeit ist reif

Sprengerstraße 44i. Auf dem großen Schild an der Einfahrt eines großflächigen Parkplatzes steht "Unternehmen Frau" Inzwischen wissen mehr als eine Hand voll Existenzgründerinnen, was sich hinter den hehren Zielen dieses gemeinnützigen Vereins verbirgt: [...]

"Außer der ideellen Unterstützung der Frauenbeauftragten, einer von der Fachhochschule Hannover kreierten Internetseite und der einmaligen Finanzspritze vom Landkreis gab es kaum einen Pfennig. "Sponsoren-Aktivität täte uns sehr gut", unterstreicht Eichner, die in diesem Zusammenhang die enorme Unterstützung des Deutsch-Islamischen Institutes hervorhebt...
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Celler Kurier, 27.01.2002
Veranstaltung des Deutschen Frauenrings, Ortsring Celle

Frauen informieren sich im Deutsch-Islamischen Institut

Der Deutsche Frauenring , Ortsring Celle, bot eine Informationsveranstaltung im Deutsch-islamischen Institut für Wissenschaftliche und Kulturelle Zusammenarbeit in Celle unter der Leitung der Vorsitzenden Helga Starossom an, die von zahlreichen Mitgliedern wahrgenommen wurde.

[...] Die Referentin [ Hamideh Mohagheghi]stellte zu Begin ihrer Ausführungen fest, es gäbe keine "islamische Frau" und keine "christliche Frau", das Bild der unterdrückten Muslimin, die nur die Aufgabe habe, viele Söhne zu gebären, und ein Mensch zweiter Klasse sei, werde im Westen einseitig von den Medien vermittelt. Man müsse den Koran auch aus seiner Zeit im siebenten Jahrhundert sehen, wo überall auf dieser Welt die Frauen zweitrangig waren, so Mohagheghi. Durch Suren aus dem Koran belegte sie, daß es keine Vorrechte für den Mann gebe, daß die Frau aber durch Geburt, Stillzeit und Kinderversorgung seines Schutzes bedürfe. [...] Für die Frauen gäbe es ein Recht auf Eigentum, Lernen und Selbständigkeit, die gleichen Rechte für Mann und Frau. Allerdings wurden Frauen zeitweise ihrer Rechte beraubt, auch heute noch in einigen Ländern. Dies sei aber nicht mit dem Koran vereinbar. Darum sei es eine wichtige Aufgabe, für alle Rechte und Pflichten der muslimischen Frauen einzutreten und sich gegen die Einseitigkeit der Medien zu wenden. [...] Nach Auffassung der Referentin sei der Dialog der verschiedenen Lebensweisen erforderlich, nicht aber die Übernahme der westlichen Lebensformen. [...]
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